Der Schwarze Platz in der Mitterau. Wir sind nach ihm benannt — hier ist,
was aus ihm geworden ist.
Scroll dich durch. Links läuft die Zeit, rechts stehen die Bilder.
2011 – 2021Miniramp weg · Halfpipe weg
2027Was noch kommt
bis 1945
Der Platz, bevor jemand hier fuhr
Die älteste Aufnahme, die wir haben, ist keine Fotografie, sondern eine Karte. Auf
einer alten handkolorierten Katastermappe steht mitten im Augebiet in Tinte das Wort
Mitterau — die Flur, nach der die Siedlung heißt und in der der Platz
liegt. Grün steht für Wiese, Grau für Au, ein schmaler beiger Streifen für Acker. Eine
rote Anmerkung in Kurrentschrift verweist auf eine Beimappe aus dem Jahr 1874.
Was hier später Asphalt sein wird, ist auf dieser Karte noch Wasser, Wald und Wiese.
Mehr sagen wir dazu nicht: Wir haben die Karte, wir haben ihre Herkunft, und wir haben
keine Urkunde darüber, wem welches Stück gehörte.
Katastermappe · über das Stadtarchiv Krems,
übermittelt von Daniel Haberler-Maier. Orthofotos sind laut Auskunft des
Stadtarchivs nur beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen zu bekommen.
Erste Archivalie eingetroffen — Fotos aus den 1930er-Jahren weiter angefragt
Dazwischen
Wie der Platz nach dem Krieg genutzt wurde, ist noch nicht belegt. Wir schreiben hier
nichts hin, was wir nicht wissen.
Zum Namen gibt es seit August 2026 eine erste Aussage, und zwar von jemandem, der damals
selbst dort gefahren ist: Der Name sei in den Anfangsjahren entstanden und von den
Jugendlichen erfunden worden, die den Platz genutzt haben. Belegen können wir das nicht —
in Aussendungen, Zeitungsartikeln und städtischen Meldungen steht der Name immer schon da,
nie eine Erklärung dazu. Widersprechen tut ihr aber auch nichts.
Auf einer zweiten alten Karte sieht man, warum die Gegend so heißt: Zwischen
Krems und Weinzierl bei Krems liegt eine breite Au, die
Wasserläufe verzweigen sich in mehrere Arme. Der Platz liegt genau dazwischen — auf einem
Stück Land, das erst später trockengelegt und bebaut wurde.
Karte · über das Stadtarchiv Krems, übermittelt
von Daniel Haberler-Maier.
Erste Zeitzeugenaussage — noch nicht belegt
Schon einmal haben das hier junge Leute selbst in die Hand genommen
Im August 2004 berichtet das Land Niederösterreich über den Schwarzen Platz. Kremser
Jugendliche hatten da bereits über ein Jahr lang in ihrer Freizeit ein
Konzept erarbeitet: ein „Fun-Court" mit Basketballplatz und Skaterbahn. Den Anstoß gaben
Streetworker der Stadt.
Danach sollten Kremser Architekten und Raumplaner gemeinsam mit den Jugendlichen einen
Drei-Phasen-Plan ausarbeiten, das Jugendreferat ging mit ihnen auf Sponsorensuche.
Wie das ausgesehen hat, als es soweit war, wissen wir seit August 2026.
Zwei Jahre später steht ein Sattelzug voller Stahlteile am Rand des Platzes — die Bilder
davon stehen eine Stufe weiter unten.
Zwanzig Jahre vor uns — dieselbe Idee, derselbe Platz
Der alte Park
Vom Aufbau gibt es Bilder, und sie sind auf den Tag datiert. Zehn
Aufnahmen tragen im Dateikopf den 18. Juli 2006, aufgenommen zwischen 8:41 und 10:52 mit
einer Olympus C5050Z. Das ist keine Erinnerung und keine Auskunft — das steht in den
Dateien selbst.
Was man darauf sieht, ist ein ganzer Vormittag: Ein Sattelzug schiebt sich zwischen die
Bäume, jemand schneidet mit einer Stangensäge Äste weg, damit er überhaupt durchkommt. Ein
Autokran hebt die Elemente von der Ladefläche — flache Stahlplatten, Bänke, eine Funbox,
Rails. Sie werden auf frischem Asphalt abgestellt und ausgerichtet. Im Hintergrund stehen
die Wohnblöcke der Mitterau und dahinter die Hänge.
Aufbau am 18. Juli 2006. Aufnahmedatum aus den Bilddateien.
Aus den Jahren danach ist eine vollständige Anlage dokumentiert: Miniramp, eine hohe
breite Quarterpipe, Pyramide mit Rail und Curb, dreiseitige Funbox, Olliebox und Bank.
Gebaut hat sie nach den vorliegenden Angaben die Firma populaer.com.
Sieben Aufnahmen vom 19. Februar 2007 sind erhalten — eine Serie aus einem Gang über den
Platz. Wir fragen gerade, ob wir sie zeigen dürfen.
Wie lange die Miniramp schon stand, wissen wir seit August 2026 genauer — von
einem, der sie gefahren ist. Er sagt, sie habe sicher schon Ende der Neunziger
gestanden. Das wäre Jahre vor der Jugendinitiative von 2003/2004. Er will es anhand seiner
eigenen Fotos nachsehen; solange das nicht geschehen ist, steht es hier als das, was es
ist — eine Erinnerung, keine Urkunde.
Links im Bild eine Rampe aus Stahlgerüst mit Holzdeck und Rohrgeländern —
eine ganz andere Bauart als die flachen Elemente, die am 18. Juli 2006 vom Kran kamen.
Ob das die Miniramp ist, von der uns ein Zeitzeuge erzählt hat, sagen wir nicht:
Aus diesem Winkel ist nur eine Transition zu sehen, und das Bild trägt
kein Aufnahmedatum — bei drei der dreizehn Aufnahmen stand die Kamerauhr
auf null. Wer den Platz von damals kennt, kann uns das beantworten.
Woher die Bilder kommen und was wir von Ihnen brauchen:
Die Aufnahmen stammen aus dem Archiv des Vereins und wurden uns zur Verwendung überlassen.
Wer sich auf einem der Fotos erkennt — oder jemanden erkennt —, darf sich
gern bei uns melden: Wir nennen den Namen dann gern dazu, oder wir nehmen das Bild wieder
herunter. Beides ohne Rückfrage und ohne Begründung.
Über das Kontaktformular.
Aufbau am 18. Juli 2006 · Februar 2007: Rechte in Klärung ·
Ende der Neunziger: Zeitzeugenaussage
Und dann wurde es weniger
2009 heißt es noch, der Park sei erweitert worden — mehr Rails, mehr Curbs. Dann
verschwindet Stück für Stück, was ihn ausgemacht hat. Im August 2011 hält jemand
fest: die Miniramp gibt es nicht mehr. Im September 2021 dasselbe über die
Halfpipe. Das sind die Tage, an denen es jemandem aufgefallen ist — weg waren sie
vorher, wann genau, weiß niemand mehr. An ihrer Stelle liegt heute ein Peace-Schriftzug,
fünfzig Meter lang.
Dazwischen wächst der Platz in eine andere Richtung: Im Mai 2018 ist Spatenstich für
einen Parkour- und Freerunning-Park, drei Jahre dauern die Arbeiten, im Mai 2021 ist er
fertig.
Betoniert steht bis heute einiges davon, und gefahren wird dort auch weiterhin.
Datierte Nutzereinträge und Meldungen der Stadt — kein Amtsakt
Wieder nehmen es junge Leute selbst in die Hand
Die Black Place Society gründet sich — als Verein für Skateboard, BMX und Scooter, und
als Ansprechpartner für die Stadt. Zwölf Mitglieder.
Am 23. Juni 2026 eröffnet im Mitteraupark der neue Skatepark mit
Pumptrack — für Skateboard, Scooter, BMX und Mountainbike, mit einer barrierefreien Rampe
hinauf aufs Startplateau. Die Stadt Krems hat rund 340.000 Euro investiert, etwa ein Drittel
dessen, was 2026 und 2027 insgesamt in Sportanlagen fließt.
Bei der Eröffnung sind wir als Partner genannt — gemeinsam mit Trailwerk
Wachau und dem Verein Impulse Krems.
Concrete Payday
Vier Wochen nach der Eröffnung das erste eigene Fest: Bunnyhop-Contest, Live-Musik,
Pokale — und ein Platz voller Leute.
Max und ein paar Freunde bauen sich eine Miniramp in einen Kremser Gewölbekeller:
Transitions im Hof angezeichnet und zugeschnitten, das Gerippe unten aufgestellt. Ein
privates Projekt neben dem Verein — und Gold wert, wenn der Platz nass ist.
Am Schwarzen Platz ist weiter geplant: ein Basketballplatz, eine Kletteranlage und ein
Motorikpark, angekündigt für Herbst 2026 beziehungsweise Frühjahr 2027.
Und von uns: Sessions, die Fahrt nach Mautern am Limes, eine Ausstellung am Platz.
Mitmachen
Hast du alte Bilder?
Wenn du Fotos vom Schwarzen Platz hast — aus welcher Zeit auch immer —,
schick sie uns. Auch ein schlechtes Handyfoto von einem Abzug im Schuhkarton hilft.
Das Formular nimmt Bilder und Videos direkt entgegen — ohne Konto, ohne Anmeldung. Wenn
dir zum Material etwas einfällt, was du nur noch aus dem Kopf weißt: Schreib es dazu. Genau
solche Sätze fehlen dieser Seite an mehreren Stellen.